LESEGERADE:

Immer wieder - wie ein *roter Faden* im weiten Feld des Lebens & der Weltwahrnehmung - komme ich auf Barth zurück und seine theo-logischen und christozentischen Weg-Weisungen.
Und ich empfinde nicht, dass er "seine Zeit" gehabt hat, sondern im Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen höchst relevant geblieben ist.

Aktuell lese ich weiter in der hervorragenden Barth-Biografie von Christiane Tietz:

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Während des Studiums in den 80ern war Albert Camus und der Frz. Existentialismus das von mir selbst gewählte Thema in der Philosophikum-Prüfung ...

Herausfordernd bis heute erscheint mir sein Blick auf die Welt und unser Dasein, denn Camus redet davon, dass die wahre Stellung des Menschen in der Welt (seine letztlich absurde Situation) unentrinnbar darin besteht, dass er die Diskrepanz aushalten muss zwischen seiner Sehnsucht nach Sinn und Verstehen und dem Schweigen der Welt und der Dinge, zwischen der menschlichen Erwartung von Harmonie, Einheit und Verstehbarkeit der Welt und deren Undurchdringlichkeit und Gleichgültigkeit.
Diese Diskrepanz, das Absurde, gilt es mit "lucidité", mit klarer Sicht und ohne Illusione, (d.h. ohne eine Flucht ins Religöse oder Ideologische) anzunehmen und auszuhalten. Und in dieser Haltung der "Revolte" (also im Aufbegehren und Sich Widersetzen), in der tapferen Annahme der damit eröffneten und gegebenen Freiheit und in menschlicher Solidarität (Humanismus), hat der Mensch die Sinngebung seines Daseins selbst zu vollziehen und zu übernehmen.

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"We live in a political world Where peace is not welcome at all ..."
Frühmorgens, mit dem ersten Kaffee am PC, mit einem Blick auf die aktuellen Nachrichten vom Weltgeschehen ... Vor dem Zubettgehen gestern hörte ich das Dylan-Album *OH MERCY* (VÖ 1989), und es klingt zum Tagesbeginn noch in mir nach.
Der Song *Political World* lässt mich ins Regal greifen, um nocheinmal in dieses Buch zu schauen (Danke, Dirk F., für das Geschenk zum 60., die Glückwunschkarte steckt noch als Lesezeichen drin ;-)
