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UNTERWEGS NOTIERT ...


"Es existieren derart gute Fragen, dass es schade wäre, sie mit Antworten kaputtzumachen. Es existieren Fragen, die wie ein Fenster geöffnet bleiben sollten. Diese Offenheit muss nicht zur Resignation führen, sondern in die Kontemplation." Halík, Prof. Tomás. Ich will, dass du bist.

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Vorgestern hatte ich eine Beerdigung, bei der die Asche des Verstorbenen nicht auf dem Friedhof, sondern in einem "Friedwald" zwischen Bäumen & Herbstlaub in die Erde kam ... "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub" ... In strömendem Regen standen wir, auf rutschigem Waldboden, in der Stille zwischen dem, was Wurzeln hat und sich zum Himmel streckt. - Als ich danach - für mich selbst - den Waldweg zurück ging, berührte mich das Zyklische, Geerdete, Natur-Sakrale, das ich gerade mit den Angehörigen erlebt und geteilt hatte. Ich atmete die Waldluft, ging meine Schritte und spürte ein Einvernehmen zwischen Himmel & Erde ...

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Nach einem Tag mit getrübter, dunkler und missmutiger Stimmung, hole ich am Abend meine Frau vom Besuch bei den Enkeltöchtern ab ... Ich komme rechtzeitig zur "Bett-geh-Zeit" und erlebe, wie Anna (2 Jahre) sich freut, dass der Opa  noch kommt  ... Mehrmals nimmt sie mich bei der Hand, um mir noch etwas zu zeigen, dreht noch mal auf, sucht lachend meine Nähe und möchte am Ende die Gute-Nacht-Geschichte von mir hören ... So endet der Tag, als wir das Licht ausmachen und es draußen längst dunkel ist , 'heller' für uns beide ;-))

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"Wer hat nicht für seinen guten Ruf schon einmal - sich selbst geopfert?" (Friedrich Nietzsche)

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Das Kalenderjahr geht in die Schlusskurve, mit ungewisser Entwicklung der Pandemie ... Zur Zeit wünschen alle "die Rückkehr zur Normalität"? - Und ich notiere nocheinmal: Welche und wessen, in dieser Welt - zwanzig Jahre nach dem großen Millenumswechsel ins 21. Jahrhundert ???

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"Suzanne" von Leonard Cohen (was für eine langweiliger Song!),  "Born in the USA" von Bruce Springsteen (furchtbarer Patriotismus!) , "Ring of Fire" von Johnny Cash (Country-Music? Och nöö!) - Drei Beispiele dafür, dass ich bestimmte Künstler zunächst reduziere auf einen Song, ein Vorurteil, ein Clichè ... und hinterher erst entdecke, wie interessant,  tief & reich sie in ihrer Persönlichkeit und ihrem musikalischen Schaffen sind und waren ...

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"Ich fürchte nicht die Leute, die mich wirklich lesen; ich fürchte diejenigen, die über mich schreiben (oder reden), ohne mich gelesen zu haben, und die stattdessen umso bemühter sind, im voraus zu erklären, es sei überhaupt am besten, meine Bücher garnicht erst zu lesen."  (Eugen Drewermann)

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Die derzeitige Krise durch die Pandemie wird als "Ausnahmezustand" erlebt, nach deren Bewältigung (die Suche nach einem Impfstoff, die Eindämmung der Infektionsketten etc.) man sich eine "Rückkehr zur Normalität" erhofft ... Dabei offenbart der Corona-Einbruch tatsächlich (global, gesellschaftlich, sozial, systemisch) vieles, was schon zuvor nicht normal war, "zum Himmel schreit"  und auf Dauer auch nicht gut gehen kann. Wenn "Apokalypse" bedeutet "Offenlegung und Untergang", dann wird durch Corona zur Zeit in der Tat vieles offengelegt/offenbar, was zuvor verdrängt, geleugnet und ignoriert wurde, und dann hat in der Tat vieles in der Zukunft keinen Bestand mehr, was Viele von uns noch als "Normalität" zurück haben möchten ...

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"Don't play the offended liver sausage!" ... ;-)

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Am Vormittag ein Trauergespräch zur Vorbereitung einer Beerdigung. Die Angehörigen nehmen Abschied von ihrer Mutter/Schwiegermutter, deren Tod am Ende eine deutliche Erlösung war. Der eigentliche Abschied fand - nach vielen  Jahren zunehmender Pflegebedürftigkeit & Reduktion - schon zuvor statt. Im Blick auf auf die Trauerfeier und meine Ansprache höre ich den Wunsch, nicht nur der biografischen & persönlichen Würdigung Raum zu geben, sondern auch deutlich das Evangelium zu predigen - sprich: Zu sagen, was uns im christlichen Bekenntnis Trost, Hoffnung & Zuversicht über unser irdisches Dasein hinaus gibt. --- Ich freue mich über diesen Impuls, der im volkskirchlichen Rahmen unserer Beerdigungen selten so klar gewünscht und ausgesprochen wird!

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Muss KUNST 'neuzeitlich' - im je aktuell- gegenwartsbezogenen Schaffen, Darstellen & Vermitteln - "weh tun", provozieren, herausfordern?  Oder ist sie freies Spiel, un-ernst, 'L'art pour L'art', sogar Unterhaltung? Muss Kunst 'gefallen'? Darf sie trösten und Zuflucht sein? Wo wird sie funktionalisiert und ideologisch missbraucht? Ist Kunst dem Genuss oder der Auseinandersetzung dienlich & verpflichtet???

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"Ich werde immer jüdischer! " Dorothee Sölle -  ein herausfordernder, tiefgehender Satz, dem ich nachsinne, was das Existenz-, Welt- und Lebensverständnis betrifft ...

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"Pause. Nichts wird je endgültig gelöst. Lösungen sind eine Illusion. Es gibt Momente spontaner Klarheit, in denen der Verstand mündig erscheint., doch das sind bloße Epiphanien." (Patti Smith. Im Jahr des Affen)

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Zuviel um die Ohren" ... Innerhalb von zwei Tagen, über's Wochenende, überfällt mich Ohrendruck, Hörminderung, akuter Schwindel. Die HNO-Diagnose: Verdacht auf Hörsturz, Lagerschwindel, gestörte Durchblutung des Innenohrs. Das seit Monaten bestehende Zuviel an Arbeit, Druck & beruflicher Ver-Antwort-ung  macht sich bemerkbar - und will als Warn-Signal 'gehört' werden ...

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"September Songs" heißt die aktuelle CD-Beilage  im ROLLING STONE ... Auffällig, wieviele Songs/Lieder es gibt, die gerade diesen Monat im Titel & zum Thema haben. Es ist wohl dieser Nach-Klang eines Sommers, einer Sommerzeit, die sich nicht festhalten, nicht wiederholen lässt. Der Oktober verbindet sich schon herbstlich mit laub-gefärbten Blättern, auch wenn er 'golden' ist. Der September haftet noch, aber definitiv abschiedlich, am geendeten Sommer. Noch fallen die Blätter nicht, aber die Tür des Sommers fällt gerade hinter uns ins Schloss ... 

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Der Freund redet seit Langem davon, dass es seine wichtigste Aufgabe ist und bleibt, "bei sich zu bleiben", kontinuierlich ... In Gesprächen, wo und wie wir durch's Leben unterwegs sind, benutzt er das schöne Richtungswort "meinwärts" :-))

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"Verunsichert" hieß das Film-Drama gestern Abend im Ersten, mit der klasse agierenden Henny Reents - Es ging um das strategische, zahlungsverweigernde Vorgehen eines Versicherungskonzerns ggü. Kunden, Opfern & Schadensklägern, angelehnt an einen tatsächlichen Fall  ... Exemplarisch??  ... Ein schwieriges, komplexes Thema --- Gerade die Branche, der es um "Vertrauen" geht , die damit wirbt und die davon lebt, ist (beidseitig - von Kunden und von den Anbietern her) ein Terrain des Misstrauens, in einer wohl schier unlösbaren Verquickung. Die Anbieter schützen und verteidigen sich gegen den (hier und da gängigen)  Missbrauch -  der wiederum zunimmt (und z.T. zum allgemein akzeptierten 'Volkssport' geworden ist),  je 'gieriger', 'unseriöser', 'knausriger' oder verweigernder die Anbieter von der Kundschaft  erlebt werden... Da ist der Titel des Films treffend gewählt und spiegelt das tatsächliche Paradox.

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(wird fortgesetzt)


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