Willkommen auf meiner Homepage

Unterwegs notiert:

Schneefall über Nacht, der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt eine weiße Pracht ... Aber in der Stadt beginnt schon früh und unromantisch das übliche Verkehrschaos: Öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht, Menschen kommen nicht zur Arbeit, Räumfahrzeuge kommen nicht durch, Autos stehen im Stau, der Vormittag gerät durcheinander und das Lokalradio hat ein alles beherrschendes Thema  ... Es wird geschimpft, geklagt, gemeckert und geflucht, weil es mal nicht geht, wie gewohnt --- woanders, nicht so weit weg von uns, herrscht ein bitterer Kriegswinter und Menschen leben mit zerstörten Häusern, ohne Strom und Wasser, mit Knappheit in der Grundversorgung,  in Nässe und Kälte ... Das Lokalradio aber gibt schon bald "Entwarnung", weil es - wie gut! - "nicht mehr schneit".

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Wie leicht wird "Gott" gerade für (uns) TheologInnen, PfarrerInnen, SeelsorgerInnen zu etwas Abstraktem und Theoretischem. Sollte man nicht meinen  ... Aber so wie z.B. Köche in ihrem Beruf und in ihrer Küche permanent mit der kulinarischen Zubereitung und Versorgung für Andere beschäftigt sind, mit Rezepten im Kopf, kreativen Ideen, gewohnten Handgriffen und Zutaten - so kann auch "die Sache mit Gott" (H. Zahrnt) zu etwas werden, was in Liturgien, Gottesdiensten, Predigten und Andachten seinen Platz hat, aber nicht mehr im eigenen gelebten Leben ... Was aber ist auf dem eigenen Teller???

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Männer ab 50 ... Statt Resturlaub nun bettlägerig, krankgeschrieben, mit einer diagnostizierten Prostatitis ... Da fällt mir die immer wieder gern erzählte Familienanekdote von unserer "Tante Martha" ein, einer schwierigen und geschwätzigen alten Dame, an die ich mich dunkel aus Kindheitstagen erinnere: Irgendwann irgendwo erzählte mein Opa ihr damals von den Beschwernissen seines "Männerleidens" im Älterwerden --- und das Tantchen reagierte mit einem "Wem sagste das, Peter, da kann ich Dir auch schwer ein Lied von singen!!"

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Kuriositäten im Netz ... Ich suche über Google und gebe den Namen "Pater Bede Griffiths" ein. Die erste Google Startseite öffnet sich. Sie beginnt mit zwei Links "WC-Spülrand-Reinigung, günstig", dann folgen zwei Links zu der gesuchten Person, und schließlich erneut ein zweimaliges "WC-Spülrand" .... ??? ... Sollte das jetzt, bei einer unverfänglichen Internetsuche, so etwas wie der berühmte "Griff ins Klo" gewesen sein ???? Nein, da hat Google wohl frei assoziierend "Bidet" statt "Bede" geschaltet ---- Ich schmunzle zudem, denn Bede Griffiths war ein englischer Benedektinermönch, der in einem indischen Ashram in Armut und Askese lebte - das Angebot einer günstigen WC-Spülrand-Reinigung war da wohl  eher außerhalb seinen 'Lebens-Kosmos' und ein Google-Gaga-Fehlgriff ;-)))

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Neujahr, der erste Tag im neuen Kalenderjahr. Ich schaue die Abendnachrichten. Zuerst der Rückblick auf die vergangene Silvesternacht, es böllert, knallt und blitzt wie wild über Deutschlands Himmel. Nach zwei Jahren 'Böller-Verbot' lassen die Menschen es ordentlich krachen ... Dann wechseln die Bilder: Es böllert, knallt und blitzt in und über der Ukraine, russische Angriffe in der Nacht, Krieg und Leid --- Das Nacheinander der Bilder ist makaber und schrecklich. Dazu die Meldung, dass es in Berlin und Hamburg Angriffe auf Feuerwehr und Polizei gegeben hat, die Pyrotechnik wurde zur Waffe ... Und die Krönung noch: Die Verteidigungsministerin schickt eine kleine 'Neujahrsansprache' per Video, mit Feuerwerksgetöse im Hintergrund und einem Gewummer, das sie kaum verstehbar macht ... Willkommen im neuen Jahr.

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Nicht jeder ist morgens vor dem ersten Kaffee schon richtig auf diesem Planeten angekommen ... Die Begrüßung am Frühstückstisch? ... "Willkommen im Aufwachraum!"

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"Wie die veränderlichen, körperlichen Dinge nur im äußeren Licht gesehen werden können, so ist die geistige Erkenntnis der Ideen nur in einem inneren, geistigen Licht möglich. Dank der Einstrahlung ewiger Wahrheiten durch den göttlichen Geist in den menschlichen Geist sind wir befähigt, diese zu schauen ..." (Augustinus. Illumination) - Das "leuchtet" mir ein! :-)

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Über die Jahre hin beschäftigt mich immer mehr die Frage nach einer möglichen "Zwei- oder Mehrsprachigkeit" des Glaubens, der Spiritualität und des geistlichen Lebens. ---- Damit meine ich: Inwieweit können wir- über die eigene Beheimatung unseres Glaubens und der damit gegebenen  "Muttersprache" hinaus - auch  in anderen religiösen Bezügen stehen? Und wie sehr ist eine 'hybride Spiritualität' (P. Knitter) keine Promiskuität (so der "Synkretismus-Vorwurf" der orthodoxen und fundamentalistischen Sichtweise auf die eigene, zu behauptende, sich abgrenzende "Wahrheit"), sondern praktikabel, bereichernd und sogar ein Geschenk ???

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Weitere Durchsuchungen im Hause Trump, weitere Funde von Geheim-Dokumenten auf seinem privaten Anwesen. Vielleicht hat er ja nur, bei seinem Auszug aus dem Weißen Haus, die Unterlagen zum Mitnehmen als "Geh heim - Dokumente" interpretiert ;-)

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Carla Bley und Steve Swallow, musikalisch (im Jazz) und privat ein Paar, seit Jahrzehnten ... Ich schaue ein aktuelles Interview.  Alt geworden sind beide, besonders CB - zeitlebens so agil - wirkt sehr zerbrechlich. Ich bin gebannt, sie anzuschauen und ihnen zuzuhören: Bedächtig und konzentriert geben sie Rede und Antwort, achtsam und respektvoll im Miteinander, hier und da ein herzhaftes Lachen auf eine Bemerkung oder ein Stichwort des jeweils Anderen hin ... Mich berührt, was ich sehe. Ebenso, wie das Zusammenspiel auf der Bühne. Immer noch - konzentriert und wach. Eine Zweisamkeit, in der die Musik & das Leben in eins fließen ...

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"Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben" (Mascha Kaléko) ... Nachklang zu einer Beerdigung heute,  wo die Trauerfeier zum Zerreißen schmerzerfüllt war.

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Besuch in einer 'Christlichen Bücherstube'. Beim Eintritt bin ich noch entspannt und schaue mich im Sortiment um   ... Der Inhaber beginnt ein Gespräch und  outet sich als frommer "Trump-Sympathisant", der immer "für ihn gebetet" hat, und nun vor mir ausbreitet, wie "unfair" in den USA gegen ihn gearbeitet wird ... "Er hat sich bekehrt!" flötet seine Frau von der Seite ihre 'Good News', Bekannte aus den USA hielten sie auf dem Laufenden  ... Ich bekomme freundlich ein Stück Schokolade gereicht - mir wird schon vor dem Verzehr schlecht und ich muss schnell raus aus dieser Parallel-Welt der Hard-Core-Verblendeten ... Draußen atme ich erstmal frische Luft und gehe schnellen Schrittes zum Auto zurück.

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Advent, das Zugehen auf's Weihnachtsfest ... Ich erinnere mich an meine Studentenzeit und mein Zimmer 108 im Studentenwohnheim in Bochum. Es war immer ein komisches Gefühl, wenn das Haus sich schon recht früh leerte, weil die anderen Bewohner*Innen, die von weiter her kamen, schon  etliche  Tage vor dem Fest 'Richtung Heimat' abdüsten. Das gewohnte, quirlige Miteinander wich einer komischen, fast beklemmenden Stille im Haus. Man sah, hörte, traf auf den Fluren, in der Küche, im Treppenhaus kaum noch die Anderen. Bis zum Januar, wo sie dann  alle wieder da sein würden ... . Wenn ich mein Zimmer dann kurz vor dem Fest auch abschloss, um ebenfalls zu verschwinden, fühlte es sich an, als verließe ich ein  "Geisterhaus"

(wird fortgesetzt)