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UNTERWEGS NOTIERT ...

*GOTT IST LIEBE* - so steht's in der Bibel .... Ein Leben lang werden wir uns daran 'abarbeiten', reiben, rebellieren - oder darin Erfüllung finden!!

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Sich öffnende Schnürsenkel sind an sich kein Problem - kurz innelalten, sich bücken, zubinden, fertig ... Schwieriger wird es allerdings, wenn Du als Pfarrer hinter einem Sarg hergehst und sich hinter Dir die Trauergesellschaft anschließt. Da kann der Weg zum Grab manchmal sehr lang werden, während Du vor allen Dingen und mit jedem Schritt damit beschäftigt bist, nicht auf den offenen Schnürsenkel zu treten ... Weil das so ist, prüfe ich - vor Eintritt in die Trauerhalle - sorgfältigst das Gebinde unter dem Talar ;-)) ...

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"Ich habe in der Schauspielerei gelernt: es geht immer um Liebe, um Liebe und geliebt werden, beziehungsweise nicht geliebt worden sein. Aus „Nicht- geliebt- worden- sein“, entstehen die großen Katastrophen. Ich bin niemand, der den großen Kreis aufmachen kann, aber der kleine Kreis ist der, den ich so beeinflussen möchte, dass er genau diese Botschaft im Positiven hoffentlich weiterführen kann, sodass ich einfach sagen kann: Ich habe die, die um mich rum sind, so sehr mit Liebe gefüttert, wie ich das konnte." (Anja Schudt, Schauspielerin, in einem Interview)

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Muss man alle Regeln kennen? Ja, unbedingt - aber auch alle Ausnahmen. ;-)

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"Ich würde nie sagen, dass früher alles besser war. Dazu habe ich ein viel zu gutes Gedächtnis." (Sven Regener)

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Ich glaube, Gott liebt die Mehrsprachigkeit seiner Kinder. Und er spricht selber viele Sprachen.

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Die Türen öffnen sich, Du steigst ein ... und dann geht es, leicht schaukelnd, mal kurvig nach links oder rechts, von Station zu Station. Unter Dir das dahinfließende Wasser, mit viel Grün an den Ufern und Böschungen ... Und beim Blick aus dem Fenster, vorbeiziehend und von oben betrachtet, faszinierende Einblicke auf die "Rück-Seiten" der Stadt (die Du von unten und in den Vorderansichten aus Straßenperspektive so niemals sehen würdest!) ... Gebäude, Fenster, Hinterhöfe, Gärtchen, Grafities, vorbeihuschende Ein-Blicke in den Lebensalltag jetzt-gerade, da unten  ... Bis zum "Filmende", wenn Deine Station kommt, und Du aussteigst ... Heute bin ich, mal wieder, mit der Wuppertaler Schwebebahn gefahren. Sechs Stationen, ca. 10 Minuten ein cineastisches Erleben vom Loh bis Elberfeld Hauptbahnhof.

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"Jedes Kind, das uns geboren wird, ist ein Zeichen dafür, dass Gott seinen Glauben an uns Menschen noch nicht verloren hat!"

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Nach den Sommerferien sind wir im Konfirmandenunterricht mit einer neuen Gruppe von Jugendlichen unterwegs, die in 1 1/2 Jahren konfirmiert werden sollen. Ein gemeinsames Wochenende und die ersten drei Stunden (am Dienstagnachmittag) liegen nun - in dieser Anfangsphase - hinter uns ... Es ist immer wieder spannend, interessant und verantwortungsvoll, mit einer Gruppe zu beginnen. Im Laufe der Jahre ist dabei mein Gefühl gewachsen, im KU etwas sehr Sinnvolles - für die Kids, ihre Zukunft, auch für die Gesellschaft und unser Zusammenleben - zu tun: Wertevermittlung, Lebenshilfe in einer schwierigen Übergangszeit, eine gute Mischung von Nachdenklichkeit & spielerischem Miteinander, Gemeinschafterfahrung ohne Konkurrenz- und Notendruck, Impulse zu Lebensfragen, Religion & Toleranz ....

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"Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen." ;-))) - Douglas Adams

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Schopenhauer war ein Pessimist, durch und durch, und er war zeitlebens mit der Welt und dem Leben nicht im Reinen - aber seine Aphorismen sind köstlich zu lesen, z.B.: "Ist der Charakter der ersten Lebenshälfte unbefriedigte Sehnsucht nach Glück, so ist der zweite Besorgnis vor dem Unglück ... Wenn, in meinen Jünglingsjahren, es an meiner Tür schellte, wurde ich vergnügt: denn ich dachte nun käme es. Aber in späteren Jahren hatte meine Empfindung bei demselben Anlass vielmehr etwas dem Schrecken Verwandtes: ich dachte. 'Da kommt's!!"

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Zwei Alltagserlebnisse am gleichen Vormittag, die mir nachgehen: Fertig im Tanken & Bezahlen, provoziert ein Kunde den nach ihm wartenden Autofahrer, der auch an die Tanksäule möchte, durch demonstrative Langsamkeit, unnötige Aufräumarbeiten im Auto, erneutes Aussteigen und freches Grinsen & Achselzucken auf die Bitte hin, doch ein Stück vorzufahren und Platz zu machen ... An der Kasse im Supermarkt steht eine Frau, die nur einen Blumenstrauß kaufen möchte, und wird freundlich von zwei Kunden vor ihr, die ihren vollen Einkaufswagen zur Kasse schieben, vorgelassen - sie strahlt und sagt: 'Das hab ich so lange schon nicht mehr erlebt - Danke!" ---- Beide Erlebnisse hinterlassen mit Sicherheit bei den Betroffenen 'kleine Wellen', die sich im Kopf, Herz & Verhalten - wiederum für Andere, vielleicht schon an der nächsten Ecke und in den nächsten Minuten - fortsetzen, im Guten wie im Schlechten ... Es ist manchmal so einfach, eigentlich banal, durch kleine Gesten im alltäglichen Umgang miteinander *GUTE URSACHEN* zu setzen, achtsam & wohlwollend zu sein! Wir haben jeden Tag ganz viele Möglichkeiten dazu  ...  :-)

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Es meldet sich ein "Ja?" -  Und ich darf erstmal erfragen, wer sich da bitte gerade am anderen Ende der Leitung befindet ... Ich telefoniere häufig mit Leuten, die um meinen Rückruf bitten und mir zuvor, mehr oder weniger deutlich, eine Telefon-Nummer auf dem AB hinterlassen haben. Da nervt es, wenn Menschen sich nicht mehr ordentlich mit ihrem Namen am Telefon melden. Dass man tatsächlich den gewünschten Gesprächspartner hat und die Rufnummer, der Anschluss stimmt, wäre also schnell geklärt.  Ein unvermitteltes "Ja?" aber empfinde ich unhöflich & als eine zunehmende Unsitte ... Als Entschuldigung lasse ich nur Sätze gelten wie: "Ach Oma, ich dachte, Du wärst es ..!!!" ;-))

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"The pastor was at the door greeting people as they left the church service. One woman said, as she left: 'You really made me think today, pastor. Don't ever do that again!'" --- "Der Pfarrer steht an der Tür und verabschiedet die Leute nach dem Gottesdienst. Eine Frau sagt beim Rausgehen:' Sie haben mich heute sehr ins Nachdenken gebracht. Machen Sie das nie wieder!'"  --- Paul R. Smith "Integral Christianity"

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"The traditional church thinks highly of mystics as long as they are dead. The longer they have been dead the better.";-))) ---  ("In der traditionell-ausgerichteten Kirche hat man eine hohe Meinung von den Mystikern, vorausgesetzt sie leben nicht mehr. Je länger sie schon tot sind und der Vergangenheit zuzuordnen sind, umso besser.") ---  Paul R. Smith "Integral Christianity"

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"Sie glauben nicht, wieviele Omas vor den Sommerferien sterben!" - So eine Überschrift im SPIEGEL. Erst dachte ich, etwas verwirrt: Ist der Kummer über das Alleingelassenwerden durch die Familie so gross? Sind es tragisch-gescheiterte Versuche, die Angehörigen doch noch in letzter Minute von Urlaub & Reise abzuhalten?? -- Aber nein: Es geht um die zunehmende Zahl von Entschuldigungen, mit denen Schülerinnen und Schüler schon Tage vor den Sommerferien abgemeldet werden - weil die Billigflieger-Angebote bedient sein wollen ... ;-)

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"Wir hätten früher damit aufhören sollen, "später" zu sagen!" (anonym)

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Warum bekomme ich pünktlich zu meinem 60. eine persönlich adressierte Werbung für einen Treppenlifter ?!? ;-)))

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Es gibt Einkaufszentren, Kunstzentren, Vergnügungszentren - aktuell auch das Wort "Transit-Zentren". So die offizielle Sprachregelung im angestrengten Bemühen, Europas Grenzen dicht zu machen und sich den armen Teil der Welt vom Hals zu halten. Klingt ja auch irgendwie schöner als "Internierungslager". So wie "Entsorgungspark" auch viel angenehmer daherkommt als "Mülldeponie für atomare Brennstoffe" ... Und wir gewöhnen uns dran, werden täglich gefüttert mit verbalem Blendwerk und sprachlicher Verharmlosung ... Das Wort "Transit-Zentren" wurde übrigens auch mit gefunden von denen, die sagten: Jetzt muss endlich Schluss sein mit dem "Asyltourismus" ....

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Der 60. Geburtstag rückt näher. Was empfinde ich? ...  Ich spüre dem viel nach in diesen Tagen.

Zunehmend rückt - wenn auch noch *mittendrin* im Gefordertsein und  erst am Horizont - das Berufsende  ins Blickfeld.

Dankbarkeit wächst und hat Raum -  für soviele Jahre, Jahrzehnte, von Wohlergehen, Bewahrung, mir geschenkter Liebe  und mir geschenkten Entfaltungsmöglichkeiten!

Flatterig ist das Gefühl  des Dazwischen-Seins - zwischen dem Lebensende der eigenen Eltern und der Zukunft und dem Ergehen unserer Kinder (und bald Enkel) - im Fluge der Zeit und im Angesicht der Weltentwicklung.

Und demütig, minimalstisch, in der Tiefe hoffend & glaubend, leuchtet mir ein, was Kurt Marti - der Schweizer Schrifsteller, Pfarrer und reformierte Theologe - meint, wenn er schreibt:

"O nein, o  nein / ich hab mein Leben nicht im Griff, überhaupt nicht / eher umgekehrt: Es hat mich / Es: Da Leben jetzt, das Sterben einst / und darin, hoff ich: DU"

"Manchen bin ich einiges, einigen vieles schuldig geblieben / und die Zeit läuft davon / Wessen Liebe kann das noch gut machen? / Die meine nicht. Nein, die meine nicht."

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"Und bei Posaunenstößen, die eitel Wind -  lasst uns lachen über Größen, die keine sind!" :-))  --- Heinrich Leutholds (1827 - 1879)

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"'Fluchtursachen bekämpfen!' hör' ich immer ... wie rührend ... Das werden wir natürlich NICHT tun, weil wir sonst unsere Lebensweise ändern müssten: Unsere Lebensweise ist deren Fluchtursache! Von Klamotten bis Landwirtschaft, vom Ehering bis zur Stereoanlage und zum Waffenhandel ... Das funktioniert nicht! Wir bekämpfen Geflüchtete, aber keine Fluchtursachen. Wir sind nicht interessiert an den Ursachen, nicht ehrlich, sonst müssten wir was tun ... Uns fliegen jetzt gerade 600 Jahe Kolonialismus um die Ohren ... Und hier sitzen dann Leute in Talkshows und Zeitungsredaktionen, und erzählen uns, sie sind stolz auf 70 Jahre Frieden und Freiheit in Europa! Wir haben Kriege und Sklaverei 'outgesourced', ganz perfekt! Unser Wohlstand steht auf Leichenbergen ..." (Hagen Rether)

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Am Vormittag wieder eine "Ordnungsamt-Beerdigung": Die Urne vor der Kapelle zum Wegtragen, keine Angehörigen, der Friedhofsangestellte und ich sind allein bei diesem Abschiednehmen ... Wieder lese ich einen Psalm, sage ein paar Worte, spreche ein Gebet und eine Segensbitte. --- Auf dem Weg zum Grab spreche ich den Urnenträger daraufhin an, dass er mal bei der Marine war, er hat es mir vor langer Zeit mal erzählt und ich habe mir sein Gesicht gemerkt. Er ist erstaunt und freut sich sichtlich - zuletzt haben wir uns wohl vor zwei Jahren gesehen ... Auf dem Rückweg vom Grab sagt er: "Also, ich möchte auch verbrannt werden. Die Vorstellung, dass ich da unten liege und die Maden und Würmer an mir fressen ... Wie sehen Sie das?" --- Kurz darauf verabschieden wir uns freundlich und gehen unsere Wege in den Rest des Tages, die Sonne scheint, Briefträger und Müllabfuhr gehen draußen auf der Straße ihrer Arbeit nach  - und wir leben.

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(wird fortgesetzt)