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UNTERWEGS NOTIERT ...

Freitagnachmittag. Ich sitze im Auto und fahre auf ein Konfirmanden-Wochenende, vor mir zwei Tage & Nächte mit 35 Kindern & Jugendlichen. Im Radio läuft auf WDR 5 ein Bericht über das Naturkunde-Museum in Berlin, seine paläontologischen Schätze und die Forschungen an den Funden, die bis zu 200 Millionen Jahre zurückreichen. Ein Wissenschaftler z.B. erforscht am Gebiss eines Dinosariers (Fund: 150 Millionen Jahre alt) krankhafte 'Abnormitäten', die wohl für seinen 'frühen Tod' verantwortlich waren ... Ich denke an die nächsten 48 Stunden, die wir mit den Kids vor uns haben, und frage mich lächelnd, während ich dem Forscher zuhöre: Wer von uns beiden ist nun näher dran 'am Leben' ??? ;-))

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Martin Buber soll gegenüber Christen einmal augenzwinkernd vorgeschlagen haben:„Wir warten alle auf den Messias. Sie glauben, er ist bereits gekommen, ist wieder gegangen und wird einst wiederkommen. Ich glaube, dass er bisher noch nicht gekommen ist, aber dass er irgendwann kommen wird. Deshalb mache ich Ihnen einen Vorschlag: Lassen Sie uns gemeinsam warten. Wenn er dann kommen wird, fragen wir ihn einfach: Warst du schon einmal hier? Und dann hoffe ich, ganz nahe bei ihm zu stehen, um ihm ins Ohr zu flüstern: ,Antworte nicht'.“

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LOB DER ZWEISPRACHIGKEIT (Fulbert Steffensky)
Eines will ich ncht mehr entbehren: zweisprachig zu sein.
Ich finde es schön, nicht mehr definiert zu sein durch die Sprache und durch die Tradition einer
Konfession.
Ich habe noch einen zweiten Blickwinkel.
Zwar heißt das, dass ich weniger Heimat habe, als wenn ich nur in einer Sprache oder Tradition
geblieben wäre.
Aber ich bin auch weniger gefangen in dem Haus, in dem ich gerade lebe.
Und diese Freiheit lasse ich mir etwas kosten.

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Das morgendliche Vogelgezwitscher im Garten weckt mich, es ist Frühlingsanfang heute  ... Noch liegenbleibend, horche ich und lass mich in den neuen Tag locken. Zugleich merke ich, dass das, was mein Ohr erreicht, mich auch irgendwie wehmütig und melancholisch macht. Dieses Empfinden hatte ich schon immer, soweit ich es erinnere, und kann nicht erklären, woher es kommt ...

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Der brasilianische Präsident trifft Donald Trump ... Ich lese den Artikel, schaue mir das kurze Video ihrer Begegnung an - und lese danach die Kommentare ... Darunter der Folgende: "Erstaunlich, wie oft sich ethikbefreite Soziopathen ausgerechnet auf Gott berufen, wo doch der in der Bibel skizzierte Jesus, aka ihr Religionsstifter, das Eichmodell für linke Ideen, Humanismus und political correctness war ... man (sollte)  ihnen die Bergpredigt auf die Innenseiten der Augenlieder tätowieren. So würden ihnen im Schlaf ein paar interessante Ideen nähergebracht.“ ...

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"Am Ende sind wir uns alle viel ähnlicher, als wir dachten. Wo ich dachte, auf Fremde zu treffen, habe ich mich selber gefunden." (Schluss-Sätze aus dem Film 'Bella Germania')

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Ich lese in einer Literatur-Zeitschrift: "Wer frei sein will, muss missfallen können!" ...

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"Bildung" und "Armut" sind zwei Begriffe, die mich mehr und mehr beschäftigen: "Bildung" (in unserem Kultur- und Gesellschaftskontext!) nicht als Sprungbrett für verwertbares Fortkommen im kapitalistischen Bezugsrahmen, sondern im umfassenden, humanistischen Sinne als kritische, kulturelle, geistige, politische, äshetische, auch religiöse Wahrnehmungs-Bildung. Und "Armut" eben nicht nur als materielle Armut, sondern (auch und zusammenhängend!)  als Ver-armung im Zugang zu Kultur, sozialen Kontexten, Kunst, Reflexionsvermögen und wacher Zeitgenossenschaft.

(in Fortsetzung)


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