Unterwegs notiert:

Der allgemeinen Kirchen-Austrittswelle zum Trotz, wächst in diesen Tagen und Stunden die Zahl der Kirchgänge und der Kircheneintritte wieder: Je höher die Temperaturen, umso *cooler" wird (manche) Kirche wieder - als Zuflucht vor höllischer Hitze und Raum zum erlösten Aufatmen ...
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Ich stehe am Morgen vor dem Parkautomaten und ziehe ein Ticket, wortlos. Plötzlich höre ich eine weibliche Stimme, die mir eine Ansage macht und sagt: "Entschuldigung, ich habe sie gerade nicht verstanden!" Es ist mein IPhone, das sich ganz plötzlich, unbedient und ungefragt aus meiner Tasche meldet. Ich schaue nach, nichts... Während ich das gezogene Ticket zum Auto bringe, denke ich: "Mein Gott, können diese Dinger vielleicht mittlerweile auch schon unsere Gedanken lesen und darauf reagieren???" ;-)
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In einem christlichen Internetforum verfolge ich am PC einen Thread mit dem Titel "Dooms-Day - Wissenschaft & Bibel" ... Es geht um die Frage, ob wir nun tatsächlich in der biblisch prophezeiten "Endzeit" leben , Weltuntergang und Apokalypse unmittelbar bevorstehen - ein "schönes" Thema seit 2000 Jahren mit unzähligen bereits verstrichenen Daten, Deutungen und Berechnungen ... Als ich zwischendurch mein Handy zur Hand nehme und öffne, ploppt ein Fenster auf und ich lese: "Dein IPhone unterstützt nun ENDzeitübersetzungen in allen Sprachen ..." - Ach, nee, da steht "ECHTzeitübersetzungen" ... ;-) ... So funktioniert's, wenn unsere Aufmerksamkeit zu schnell wechselt und unser Oberstübchen uns kurz etwas sehen lässt, was nicht da ist ... Wohl auch manche "Beweise", die uns "offensichtlich" beweisen und gerade "vor Augen führen", dass morgen, spätestens übermorgen der Letzte das Licht ausmacht ...
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Ich mache einen kurzen Abstecher zum Unterbarmer Friedhof ... und gehe schon nach wenigen Schritten an Gräbern und Grabsteinen vorbei, vor denen ich bereits im Laufe meiner 34 Berufsjahre in W'tal gestanden und die Aussegnung über Sarg oder Urne vollzogen habe ... Auf einer Bank sitzt ein älterer Mann, den ich noch in Erinnerung habe, weil er seit Jahren dort hin und wieder sitzt, dem Grab seiner (vor Jahren verstorbenen Frau) nahe. Ich spreche ihn spontan an, es tut ihm gut und wir haben ein nettes, persönliches Gespräch ... Bevor ich wieder ins Auto steige, werfe ich noch einen Blick auf den Eingang & kleinen Raum, der vor und nach den Beerdigungen dem Umziehen und ggf. letzten Absprachen mit Bestattern und Organisten dient ... Tür und Fenster sind offen. Aus der Friedhofshalle hört man plötzlich den Gesang einer Trauerfeier ... Wie oft (mehrere hundertmal) bin ich hier aus- und eingegangen, habe den Talar an- und ausgezogen, Trauerfeiern gehalten - Frühling, Sommer, Herbst und Winter - und habe die ganze Bandbreite von Trauer & Abschiednehmen mit-erlebt und begleitet ... in den ausgelegenen dicken Kladden, in der jede Beisetzung mit Namen & Datum notiert ist, und die wir jedesmal bestätigend unterschrieben haben, steht und bleibt auch meine jeweils gegebene Unterschrift ... von der ersten 1990 bis zu einer letzten 2024 ...
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"Das Bedürfnis, an etwas zu glauben, triumphiert fast überall auf der Welt über den Wunsch nach Freiheit." (André Comte-Sponville) ... Ein missverständlicher Satz, denn er stellt Glaube & Freiheit in ein Gegenüber. Was aber bedeutet es, an die Freiheit (als Ziel, Ideal & Verpflichtung) zu glauben und dafür frei-willig auch Opfer und Einschränkungen in Kauf zu nehmen? ... Wichtig ist wohl zu unterscheiden zwischen einer "Freiheit wovon" und einer "Freiheit wozu".
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Die morgendliche Nachricht, dass die UEFA sich geschlossen und mit klarer Ansage Infantinos Plänen verweigert und andere nationale Verbände ebenso (Asien, Mittel- und Nordamerika), ist mal ein hoffnungsvoller Lichtblick ...
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Hermann Hesse? ... Seit jungen Jahren haben sich seine Bücher, Romane und Erzählungen bei mir angesammelt, haben alle Umzüge auf meinem Lebensweg mitgemacht - von der Jugendzeit bis heute - und wieder haben sie ihren Platz im Regal gefunden, in unserem nach-beruflichen Zuhause .... Mitte der 70er Jahre, noch Schüler, habe ich wohl das erste Hesse-Buch gelesen, wahrscheinlich den "Steppenwolf", es folgten in der Summe - über 50 Jahre nun - mehr als zwei Dutzend Bücher von und über Hesse. - Es gibt Hesse-Liebhaber und Hesse-Kritiker, die ihn als belanglosen "Innerlichkeits-Apostel" und "Pubertäts-Literaten" abtun .... Ich selbst empfinde zur Zeit , im nun fortgeschrittenen Alter, nocheinmal eine Hesse-Faszination und Manches, was ich lese, "resonanzt" tief in mir.
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Der Chef stürmt wütend ins Büro und schimpft: "Meinen Chaffeur werde ich entlassen! Dreimal hätte er mich mit seinem draufgängerischen Fahrstil heute fast ins Jenseits befördert!" Darauf die Sekretärin besänftigend: "Ach Chef, Jeder macht doch mal einen Fehler! Geben sie ihm noch eine Chance!"
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"Pusteblume", das kleine und kränkelnde Kaninchen unserer jüngsten Enkeltochter, liegt am Morgen regungslos im Stall. Unsere Kinder sind im Urlaub, wir kümmern uns um Haus & Garten. "Löwenzahn", das andere und stabilere Kaninchen, macht dagegen einen munteren Eindruck, stürzt sich unbeirrt aufs frische Futter und hoppelt anschließend munter durchs kleine Gehege ... Ich berge das tote Geschöpf und werde es heute im Garten beerdigen. Während ich es beim Rausholen so regungslos in den Händen halte, berühre ich für ein paar Augenblicke die Endlichkeit ALLEN Lebens und werde von ihr berührt ...
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Nun ist sie vorbei, die Fußball-WM ... und Spanien ist der diesjährige Weltmeister. Welch wunderbare Ironie, dass Trump, der auf dem Nato-Gipfel Spanien noch beschimpft hat als "schrecklichen Partner" und als "hoffnungslosen Fall", nun ausgerechnet ihnen den Weltpokal überlassen und überreichen muss ... Beim anschließenden Mannschaftsfoto bleibt er trotzig im Fokus der Kameras stehen, in der spanischen Fotobearbeitung wird er wegretuschiert ;-)
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Heute ist der letzte Schultag in NRW, irgendwann läutet in den Klassenräumen und auf Fluren die ersehnte Schulklingel zum Unterrichtsende - und es geht ab in die großen Sommerferien. SECHS WOCHEN. Ich erinnere mich, wie das für uns damals eine lange, selige schulfreie Zeit war, die sich da vor uns auftat, wenn wir rausströmten und rausstürmten aus der "Penne" ... Ich sitze morgendlich am PC, zum ersten Kaffee, und freue mich mit Euch, die ihr das an diesem Tag wieder erlebt!
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Es gab einen Schlager in den 60ern - "Mein Freund, der Baum" von Alexandra ... Die prächtige Linde neben und über unserem Balkon bringt mir dieses Lied zurück ins Gedächtnis. Allerdings ist die Freundschaft zur Zeit getrübt, denn sie hat Tag für Tag einiges zu bieten, was sie kontinierlich - vom Wind gestreichelt und durchweht - abwirft und was Boden, Tische & Stühle "verziert". Die großen Sonnenschirme decken nicht alles ab, eine Jealousie ist keine machbare Lösung, weil sie zwar abfangen würde, aber das Problem (säuberungtechnisch, ein- und auszugsmäßig) nur verlagert. So kehren und saugen wir täglich ---- aber kaum umgedreht, höre ich unseren Freund, leise und belustigt kichern, im Zusammenspiel mit Wind und Zweigen ... und die soeben vollbrachte Säuberungsaktion relativiert sich schon wieder mit neuen Segnungen ... Da schaue ich schon mal unfreundlich nach oben und spüre, wie mein Mittelfinger zuckt ;-)
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Es gibt in unseren Wohnungen Spiegel, in denen wir dann und wann auftauchen ... Schauen wir in den Spiegel, stellt sich immer wieder auf's Neue die Frage: Wer schaut da wen an? Wer ist da mit wem identisch? ... Schön finde ich immer noch den Spruch desjenigen, der morgens (nach schlechtem Schlaf oder kurzer Nacht) in den Badezimmer-Spiegel schaut und mumelt: "Ich kenn Dich nicht - aber ich wasch Dich trotzdem!"
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All meine vielfältigen musikalischen Wegbegleiter seit den 70ern - Dylan, Santana, Clapton, Deep Purple, J. Taylor, J. Browne, Hannes Wader, H. van Veen, E. Weber u.v.a. mehr - haben mir mittlerweile altersmäßig 10, 15 ff. Jahre voraus ... auf den Platten- und CD-Hüllen und in meinem Kopf 'verorten' sie sich alle noch in jüngere Jahre und in zurückliegende Lebenszeiten. Jahr um Jahr bin ich froh, dass sie noch da sind und hin und wieder auch noch was Schönes "raushauen", was mir Freude macht ... aber die Zeit schreitet fort und auch sie werden nun - am nicht allzu fernen Horizont - in einem Jahresrückblick unter "Abschiede" auftauchen ... Bis dahin teilen wir, mit jeder aufgelegten CD oder *Platte", noch prae-mortal den Bodenkontakt auf diesem Planeten :-)
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"Die Wirklichkeit ist unverbesserlich pluralistisch ... Wirkliche Dinge sind kantig und knorrig, kompliziert und verschieden!" (C.S. Lewis)
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»Bier ist Menschenwerk, Wein aber ist von Gott.« (Luther)
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"Lass dich von Gott lieben wie du bist, und nicht als derjenige, der du sein solltest." (Brennan Manning) ... Ein befreiender, mutmachender Satz, Evangelium pur, in Reinform und ohne Zutaten.
wird fortgesetzt ...